Sie sind zurück, die Freerider! Oder sind es doch Super-Enduros? Unserer Meinung nach passen beide Bezeichnungen. Welche auch immer die politisch Korrekte ist, sie war Grundlage für unsere neue Aufbaustory: „Ein Bike für alles“. In den nächsten Wochen werden wir einen langhubigen Santa Cruz Nomad Rahmen Stück für Stück zu einem Komplettbike aufbauen. „Ein Bike für alles“, was ist damit überhaupt gemeint? Ziel des Projektes ist es ein Bike aufzubauen, welches sich von den täglichen Abendrunden, über ausgedehnte Touren bis hin zum Bikepark einsetzen lässt. Es muss also ein sehr breites Einsatzspektrum abdecken. Begleitet uns in den nächsten Wochen und lasst uns gemeinsam herausfinden, ob unser Bike diese Anforderung erfüllen wird.

Santa Cruz Nomad Aufbaustory
Aufbaustory Ein Bike für alles

Früher“ hießen diese Art der Bikes Freerider, allerdings waren sie aufgrund des Gewichts und der deutlich auf Abfahrt orientierten Ausstattung nur bedingt tauglich für Touren. Unter anderem durch moderne Fertigungsmethoden und Materialien wie Carbon hat sich dies geändert. Auch dank zeitgemäßen Geometrien und Komponenten können wir die tourentaugliche Leichtfüßigkeit von Enduros mit den Stärken beim Downhill der Freerider kombinieren.

Herzstück unserer Aufbaustory ist der neue Santa Cruz Nomad CC Rahmen.

Santa Cruz Nomad Aufbaustory
Das Herzstück unserer Aufbaustory wird der Santa Cruz Nomad Rahmen in der CC Ausführung sein

Das alte Nomad war schon der Hammer, aber unser Ziel ist es, dass das neue Nomad der Killer des alten Nomads wird“. Mit dieser selbst gesteckten Zielsetzung hat uns Gjovalin Pepaj von Santa Cruz das neue Nomad im Jahr 2017 angekündigt und allein die Geometrie-Daten deuten an, dass Santa Cruz diesem Ziel sehr nah gekommen ist.

In der von uns gewählten Größe L – bei einer Fahrergröße von 1,81 m – hat das Santa Cruz Nomad einen Reach Wert von 460 mm und einen Stack Wert von 611 mm, gepaart mit dem aggressiven 65° Lenkwinkel versprechen diese Werte Vollgas bergab. Ermöglicht wird das V10-ähnliche Handling durch den VPP Hinterbau. Während der obere Link dem des V10s ähnelt, ist der untere Link eigens für das Nomad konstruiert. Daraus resultiert ein progressiv arbeitender Hinterbau. Eine effiziente Pedallierposition wird dank einem Sitzwinkel von 74,5° und dem dadurch gut erreichbaren Cockpit erzielt, was die Tourentauglichkeit erhöht. Der tief sitzende Dämpfer sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und dank Flip Chips an der hinteren Dämpferaufnahme kann der Lenkwinkel in der „hohen“ Position mit 65° und in der „tiefen“ Position mit 64,6° gefahren werden. Der Sitzwinkel ändert sich von 74,5° auf 74,1° und der BB-Drop von 10 mm auf 15 mm.

Es heißt immer auf die inneren Werte kommt es an. Hier glänzt das Santa Cruz Nomad mit Carbonröhrchen die zur innenliegenden Führung von Schaltzug und Sattelstützenleitung dienen. Über einen ausgeklügelten Weg wird das Kabel für die Sattelstütze auf der rechten Seite des Rahmens eingeführt und kommt auf der linken Seite im Sattelrohr raus. Gleiches gilt seitenverkehrt für den Schaltzug. Lediglich die Bremsleitung für die Hinterradbremse wird außen entlang am Rahmen geführt, was aus unserer Sicht auch Sinn macht. Im Renneinsatz oder zum gründlichen Service kann so die Bremse deutlich schneller ausgebaut werden, ohne dass sie geöffnet werden muss.

Santa Cruz Nomad Rahmen
Champions League: Carbonröhrchen für die innenliegende Zugverlegung.

Am Santa Cruz Nomad Rahmen sind nur wenige Teile nicht aus Carbon. Dazu zählen z.B. das Ausfallende und die Achse, die BSA Tretlager Inserts, die Plastikschoner am Unterrohr und die beiden VPP Links. Selbst der Sitz des integrierten Steuersatzlagers kommt ohne Alu Insert aus. Die Verarbeitungsqualität ist… uns fällt keine Superlative ein, die seriös klingt und dennoch die außerordentlich gute Verarbeitungsqualität widergibt. Wir bleiben daher bei SEHR SEHR GUT. Nirgendwo finden sich unschöne Klebestellen oder scharfe Kanten. Die Übergänge und Formen der Rohre wirken organisch aber dank ihrer Gradlinigkeit wirkt der Rahmen immer noch technisch. Ohne Dämpfer aber inkl. Sattelklemme und Achse wiegt der Rahmen 2.750 Gramm. Der Hammer: Santa Cruz bietet eine lebenslange Garantie auf Rahmendefekte.

Santa Cruz Nomad Rahmen
2.750 Gramm ohne Dämpfer

Heute bereiten wir den Rahmen für die Montage des Fahrwerks vor. Während die Dämpferaufnahmen natürlich schon vorhanden sind, muss der Steuersatz für den Einbau der Federgabel montiert werden. Das Nomad hat integrierte Lageraufnahmen mit IS41 oben und IS52 Standard unten. Wir haben uns für Acros Ai-52 und Acros Ai-42 entschieden.

Bei dem oberen Steuersatz hat Acros sich eine technische Finesse einfallen lassen. Der IS41 Standard ist und bleibt der IS41 Standard, allerdings wird hiermit nur der Durchmesser des Lagers definiert, nicht aber seine Höhe. Da die Rahmenhersteller so die Höhe ihrer Lagersitze unterschiedlich gestalten können, hat das zur Folge, dass unser Lager wenige Millimeter über den Lagersitz ragt, was zu einem kleinen Gap zwischen Abdeckkappe und Lagersitz führt.

Um für die unterschiedlichen Rahmenhersteller gerüstet zu sein, hat Acros seinen Ai-41 Steuerkopf in der Höhe einstellbar gemacht. Wie das? In der Abdeckkappe befindet sich ein Innentubus, der auf dem Steuerlager aufliegt und von oben durch die Steuerkopfkappe zum Einstellen des Lagerspiels gespannt wird. Die außen liegende Kappe kann mit leichtem Kraftaufwand heruntergedrückt werden, wodurch die Kappe bündig mit dem Lagersitz abschließen kann. Acros nennt diese Technik „Acros Gap -Adjust“ Design. Typisch deutsche Ingenieurskunst.

Santa Cruz Nomad Aufbaustory
Dank Gap Adjust kann der Spalt zwischen Rahmen und Staubkappe geschlossen werden.

Eine häufige Frage lautet, darf / soll ich den Steuersatz bei der Installation fetten, auch wenn es sich um einen Carbon-Rahmen handelt. Ja, KEIN Lager wird trocken eingepresst oder eingesetzt. Irreparable Materialschäden können die Folge sein (z.B. kann der Lagersitz beschädigt werden). Santa Cruz widmet dieser Frage sogar eine FAQ und empfiehlt ausdrücklich Fett zu verwenden. Weiter empfiehlt Santa Cruz NICHT die dem Rahmen beilegende Carbon Installationspaste zu verwenden, weil es dadurch schwieriger wird das Teil wieder aus dem Rahmen zu entfernen. Wir verwenden ein säurefreies Fett, welches das Carbon nicht angreift.

Unser Rahmen ist nun für die Montage des Fahrwerks vorbereitet, welches wir im nächsten Artikel behandeln und warum wir uns für genau diese entschieden haben. Zum Schluss wie immer die Gewichtstabelle. Neben dem Gewicht des Rahmens gesellt sich heute mit 59 Gramm nur das Gewicht des Steuersatzes in die Tabelle.

Bauteil Gewicht (in Gramm)
Rahmen 2.750
Steuersatz oben 55
Steuersatz unten 36
Zwischenstand 2.841

Was denkt ihr welches Gewicht unser „Ein Bike für alles“ haben sollte?


Text und Fotos: Michael Klasen
Redaktion: Robin Krings

 

2 Kommentare

    • Hallo IvIv,

      warte mal ab, da kommt noch eine ganze Menge zu. :) Aber wovon genau sollen wir im nächsten Artikel weniger verwenden?

      Viele Grüße,
      Michael

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