Fox Float DPX2 klingt zuerst einmal recht kryptisch, doch ist es einfacher als man denkt. Hier wurden lediglich die Bezeichnungen des DPS und X2 Dämpfers kombiniert, denn der DPX2 soll das Beste aus beiden Welten vereinen. Er soll die Downhill Performance des X2 mit der leichten Einstellung des Trail Dämpfers DPS kombinieren. Ob der Fox DPX2 zum Downhilldämpfer für Jedermann wird, soll unser Test zeigen.

Fox DPX2
Der neue Alleskönner.

Wir sind bereits seit Ende 2017 mit dem FOX Float DPX2 unterwegs. Da die winterlichen Monate durch zäher werdendes Öl bei kalten Bedingungen wenig aussagekräftig für die Performance des Dämpfers sind, haben wir das Frühjahr genutzt, um ihn gegen den frisch vom Service kommenden Float X antreten zu lassen. Als Testplattform wurde erneut unser Testbike herangezogen, mit dem wir bereits das Fox Factory Tuning bestritten haben und somit unsere Fox 36 auf den neusten Stand gebracht wurde. Mit dem Einbaumaß von 200 x 57 mm werden 150 mm Federweg aus dem Heck unserer Testplattform gekitzelt.

Fox DPX2
Unsere Testplattform für das Fox Factory Tuning.

Beim DPX2 bedient sich Fox bei dem Dämpfungsdesign des über allen Zweifel erhabenen X2 für feinstes Anprechverhalten. Das Dual Piston System (DPS) kommt hingegen vom Float X und stellt damit die drei Plattformen Open, Medium und Firm. Die EVOL Luftkammer wurde auch überarbeitet und soll durch die Vergrößerung der Negativ-Luftkammer für ein lineareres Anprechverhalten auf den ersten 25 % des Federwegs sorgen. Die neue, einteilige Hülse ist außerdem leichter und sorgt für mehr Überlappung der Buchsen, was die Verwindungssteifigkeit erhöht.

Fox DPX2
Das Dual Piston System, ein Erbe des Float X.

Neben dem Update des Dämpfungsdesigns kann der DPX2 mit weiteren Features überzeugen. Zum einen konnte der Ausgleichsbehälter im Vergleich zum Float X verkleinert werden, wodurch mehr Platz für eine Trinkflasche im Rahmen übrig bleibt. Zum anderen zeigt er sich mit 418 Gramm satte 138 Gramm leichter als der große Bruder X2. Im Gegensatz zum Float X hat der DPX2 allerdings 18 Gramm zugenommen.

Fox DPX 2, Float X, X2
Familientreffen: X2, Float X und der neue Sprössling Float DPX2.

Als absoluter Segen stellt sich die neue Position des Zugstufenreglers heraus. Musste man beim Float X noch umständlich mit einem Werkzeug herumfummeln, zeigt sich die Verstellung am DPX2 gut erreichbar in Form einer Rändelschraube. Gegenüberliegend findet man den Hebel für die Dämpferplattform, die wie gewohnt in Offen, Medium und Firm unterteilt ist. Im offenen Modus kann die Low Speed Druckstufe mit 10 Klicks (Float X hatte nur drei Klicks) sehr fein eingestellt werden. Hierzu wird aber ein 3 mm Innensechskantschlüssel benötigt. Für die passende Durchschlagsicherheit bei passendem Negativfederweg lässt sich die Luftkammer im Handumdrehen öffnen und mit passenden Spacern versehen.

Einstellungen

Natürlich sind die Einstellungen für jeden Fahrer und jedes Bike sehr unterschiedlich, dennoch möchten wir Euch einen Einblick in unser Testprozedere geben.

Bei einem Fahrergewicht von 66 kg wurde der Dämpfer mit 160 PSI betankt, was in 17 mm Negativfederweg (28 %) resultierte. Die Zugstufe wurde 4 Klicks geöffnet (von komplett geschlossen) und die Low Speed Druckstufe wurde 1 Klick geschlossen. Als Volumenspacer kam das kleinste Exemplar mit 0,2 in³ Volumen zum Einsatz.

Damit war das Basis-Setup für unser Trailbike gegeben. Je nach Einsatzgebiet ob Bikepark, Feierabendrunde oder der Tagestour mussten lediglich kleine Änderungen vorgenommen werden.

Der Fox DPX2 auf dem Trail

Ob ein Bike beim Bergauffahren schaukelt, hängt zugegeben maßgeblich vom Hinterbau ab und der VPP Hinterbau unserer Testplattform leistet dabei sehr gute Arbeit sich unauffällig zu zeigen. Mit einem sehr antriebsneutralen Hinterbau waren wir selten versucht in den Medium Modus oder gar den Firm Modus zu wechseln. Dank der Feineinstellung im offenen Modus sollte jeder Fahrer, unabhängig vom Rahmen genug Verstellmöglichkeiten haben.
Mit geöffnetem Dämpfer waren vor allem technische Anstiege eine Freude, da das Hinterrad immer dem Untergrund folgen konnte. Die Medium Stellung strafft den Hinterbau deutlich mit einer erhöhten Low Speed Druckstufe und eliminiert somit die restlichen Antriebseinflüsse. Die Firm Einstellung erhöht die Low Speed Druckstufe noch stärker, ist von einem vollem Lockout aber noch ein Stück entfernt.

Fox DPX2
Der DPX2 zeigt immer genug Gegenhalt.

Bergab läuft der Fox DPX2 zur Höchstform auf und vermittelt jederzeit ein sehr sattes Gefühl und ein spürbar besseres Ansprechverhalten als der Vorgänger Float X. Korrekt eingestellt folgt das Hinterrad auch im rauen Geläuf dem Untergrund und gibt dem Fahrer ein gutes Feedback. Vor allem Flatpedal Fahrer schöpfen daraus sehr viel Sicherheit, denn nichts ist schlimmer, als von seinen Pedalen geschüttelt zu werden. Der Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich ist völlig ausreichend, um in Anliegern oder Kompressionen nicht im Federweg zu versacken.

Fox DPX2
Der DPX2 gibt immer hervorragendes Feedback vom Untergrund.

Wer lieber Flugmeilen auf Flow- und Jumplines sammelt, sollte die Medium Stellung ausprobieren. Mit einer satten Erhöhung der Low Speed Druckstufe lässt es sich aus jedem Anlieger mit noch mehr Geschwindigkeit herausschießen und mehr Pop erleichtert das Abziehen an Kanten.

Fox DPX2 auf dem Trail
Der Medium Modus animiert zum Abziehen.

Haltbarkeit

Wir haben den Fox DPX2 nun bereits seit über einem halben Jahr in Benutzung und bei unserem nassen Winter und Frühjahr hat er sicher nicht die leichtesten Bedingungen erfahren. Dennoch hat er uns bis jetzt noch keinen Grund geliefert einen Service durchzuführen. Die Performance ist von Anfang an stabil geblieben. Wer seinem Dämpfer dennoch etwas Gutes tun möchte, kann die Luftkammer abziehen und die Dichtungen neu fetten bis er dann am Jahresende zum jährlichen Service geht.

Fox DPX2
Die Dichtungen sind nach einem harten Winter noch komplett intakt.

Fazit

Der Fox Float DPX2 zeigt sich als Enduro Dämpfer für Jedermann. Den DPX2 einzustellen ist einfach genug, dass man auch ohne Technik-Profi zu sein ein vernünftiges Setup findet und Experten noch genug Möglichkeiten für ein Feintuning haben. Dank der drei Stufen Plattform und der überragenden Downhillperformance ist er der perfekte Begleiter für die immer potenter werdenden Enduros.


Text & Bilder: Thomas Kappel
Redaktion: Robin Krings
weitere Informationen: Fox Racing Shox

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