Unser Highlight der Eurobike 2018 war sicherlich die Präsentation der neuen Fanes 6.0 von Alutech Cycles. Seitdem brannte es uns unter den Fingernägeln das neue Bike auch auf den Trails auf den Zahn zu fühlen. Im Rahmen unserer Fotostory am Rosengarten mit Jürgen Schlender hatten wir endlich die Möglichkeit die neueste Evolutionsstufe der Fanes ein erstes Mal zu fahren.

Unser Testbike stammte aus der finalen Vorserie, bei der lediglich noch kleine Änderungen zum Serienmodell ausstanden, die sich aber weder auf das Erscheinungsbild noch auf die Performance auswirken. Gefahren sind wir die Fanes 6.0 TrailReady in der Rahmengröße M. Während im Serienmodell der Antrieb aus der SRAM NX Eagle Baureihe bestehen wird, war an unserem Testbike das GX-Modell verbaut.

Alutech Fanes 6.0
Ausstattung Alutech Trailready

Optisch wirkt die Fanes 6.0 deutlich frischer gegenüber dem vorherigen Modell. Verantwortlich dafür ist der geschwungene sowie verspielte Hauptrahmen. Der Hinterbau hat sich hingegen nicht verändert. Auch hier findet sich der STS-Hinterbau, welcher ursprünglich von Stefan Stark entwickelt wurde, wieder und bietet – wie auch bei allen Fanes Modellen zuvor– 170 mm Federweg.

Geometrie

Die Geometrie hat sich dagegen deutlich, jedoch nicht übertrieben, verändert und präsentiert sich zeitgemäß. So ist der Reach auf 440 mm und der Stack auf 603 mm in Rahmengröße M gewachsen. Der Lenkwinkel ist um 0,4° flacher geworden. Auch dem Trend der kürzer werdenden Sitzrohre ist Alutech gefolgt und hat diese durch die Bank um 20 mm kürzer gestaltet. Somit ist es nun möglich, die Fanes mehr nach Einsatzzweck als nach Körpergröße auszuwählen.

Alutech Fanes 6.0
Geometrie Alutech Fanes 6.0

Geblieben ist der Boost Standard, die innenverlegten Leitungen und der in der Länge verstellbare Hinterbau.

Alutech Fanes 6.0
Die Alutech Fanes 6.0 in der Raceready Variante

Auf dem Trail

Die Klettereigenschaften sind trotz 170 mm Federweg gut. Dank des 75° steilen Sitzwinkels sitzt man zum einen angenehm aufrecht und zum anderen kann man ordentlich Druck aufs Pedal erzeugen. Die Front steigt erst sehr sehr spät, was die Fanes stets manövrierbar macht. Wenn man sich nun noch vor Augen hält, dass wir die kurze Einstellung der Kettenstrebe gefahren sind, kann man sich vorstellen, was für eine Traktion die Fanes in der langen Einstellung zur Verfügung stellt. Dennoch empfehlen wir den entsprechenden Climb-Modus des Dämpfers zu nutzen. Dieser sorgt dafür, dass der Hinterbau hoch im Federweg bleibt, reduziert das Wippen und macht das Rad somit noch effizienter bergauf. Trotzdem bleibt der Dämpfer in einem gewissen Maße aktiv und sorgt für ausreichend Traktion.

Auf den Spuren von König Laurin
Die Fanes fährt auch durchaus passabel den Berg hinauf
Alutech Fanes 6.0
Die Fanes ist gemacht für große Abenteuer

Bergab präsentiert sich die Fanes sehr ausbalanciert und ausgeglichen. Einerseits legte sie bei höheren Geschwindigkeiten und vielen groben Steine und Wurzeln, sowie in steilem Gelände eine sehr gute Spurtreue an den Tag. Andererseits zeigte sich die Fanes auch in engen, technischen Kurven sehr wendig und handlich. Beim Hinterradversetzen brauchte es anfangs etwas mehr Einsatz, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, geht auch das locker von der Hand. Der Hinterbau konnte uns auch in der Fanes 6.0 wieder überzeugen. Kein Wunder, denn in Sachen Optik und Kinematik hat sich nichts verändert. So präsentiert er sich als angenehm fluffig sowie schluckfreudig und der Federweg fühlt sich schier endlos an und man kann den Gashahn kräftig aufdrehen.

Alutech Fanes 6.0
Bergab sorgt die Fanes für viel Sicherheit

Diese Charakteristik macht den Hinterbau sehr fehlerverzeihend und sorgt für eine ausgeprägte Ruhe im Rad, sodass man sich leicht auf den Trail und seine Herausforderungen konzentrieren kann.

Fazit

Der erste Eindruck der Fanes 6.0, den wir im Rahmen unseres first rides gewinnen konnten, ist sehr gut. Die Fanes zeichnet das aus, was für lange Abenteuer im Sattel notwendig ist. Das heißt man fühlt sich aufgrund der ausgewogenen Geometrie schnell sehr wohl auf dem Sattel. Die überarbeitete Geometrie spielt da sicherlich eine wichtige Rolle. Bergauf lässt sich die Fanes gut pedalieren und bergab sorgt sie für eine ausgeprägte Sicherheit in allen Facetten. Und last but not least sieht die Fanes 6.0 in ihrem neuen Gewand ausgezeichnet aus.


Text: Philipp Kargel
Redaktion: Robin Krings
Fotos: Jakub Reichhart

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