Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das (Biker-) Leben verändern. Zu den kleinen Dingen zählt jedenfalls der Fork Cork von Miles Wide Industries, denn er misst gerade mal 3,7 cm im Umfang und bringt 21,2 Gramm auf die Waage. Ursprünglich wurde der Fork Cork entwickelt, um den aufwirbelnden Dreck der Reifen aus dem Gabelschaft fernzuhalten. In Zeiten, in denen das rucksacklose Biken schwer in Mode gekommen ist und es immer mehr Features gibt, um die unterschiedlichsten Utensilien am Bike zu verstauen, erfreut sich der Fork Cork somit einer neuen Bedeutung. Mit ihm soll der Gabelschaft zu einem Kofferraum werden. Ob er auch unser Bikerleben verändert hat, klärt unser Test.

Hinter dem Fork Cork steckt Miles Schwartz, ein leidenschaftlicher Mountainbiker, der bereits in frühen Jahren unserem geliebten Sport verfallen ist. Mit 13 fing er an in einem lokalen Bike Shop zu jobben, um sich sein Hobby zu finanzieren. Aus dem Rennradsport heraus wuchs der Bedarf an kleinen Taschen, welche man im Trikot verstauen kann. Die Idee von Sticky Pods war geboren. Sticky Pods wurde eine Erfolgsgeschichte für Miles, sodass er nun seine eigene Firma Miles Wide Industries hat und sich voll und ganz seinen Ideen und Neuentwicklungen widmet. Eine weitere davon ist eben der Fork Cork. Auf dem deutschen Markt kann der Fork Cork über Mountain Products zu einem Preis von 31,99 € erworben werden.

Fork Cork

Der Fork Cork besteht aus zwei Scheiben, die aus Aluminium gefräst sind. Zwischen diesen Scheiben befindet sich eine Schicht Neopren. Über eine Schraube, die die zwei Aluminiumplatten zusammenzieht, wird die Neoprenschicht nach außen gequetscht und der Fork Cork in den Gabelschaft geklemmt. Damit am Fork Cork nichts rosten kann, ist die Schraube übrigens aus Edelstahl. Auch sonst hinterlässt die Verarbeitung einen tadellosen Eindruck. Wie lange das Neopren – über das ja die Klemmung realisiert wird – hält, können wir nicht sagen. In unserem Testzeitraum von mehreren Monaten zeigt der Fork Cork bislang keine nachlassende Klemmwirkung oder Auflösungserscheinungen. Passen soll der Fork Cork in allen Federgabeln, die den Tapered Standard haben. Testen konnten wir das an einer Fox 36, Rock Shox Lyrik, DVO Diamond sowie der SR Suntour Durolux. In allen Gabeln hielt der Fork Cork tadellos.

Was haben wir alles im Gabelschaft unterbringen können?

Erfolgreich verstauen konnten wir beispielsweise das EDC Tool von One Up Components. Entweder lässt sich das Multitool einzeln im Schaft verstauen oder eben das ganze Werkzeugset. Je nach Länge des Gabelschafts kann sogar der Hohlzylinder drangeschraubt und im Schaft verstaut werden. Wichtig ist nur – sofern man das ganze Set verstauen möchte – dass man das Tool aufgrund der Kappe am oberen Ende verkehrt herum einsetzt. Dank des Fork Corks muss kein Gewinde in den Schaft geschnitten werden und auch der Anschaffungspreis des Fork Cork ist im Vergleich zum speziellen Vorbau von One Up deutlich günstiger. Die Handhabung mit dem Fork Cork ist dagegen einen Ticken langsamer gegenüber der ursprünglich gedachten Vorgehensweise von One Up, denn da wird es einfach nach oben herausgenommen ohne, dass zunächst etwas herausgeschraubt werden muss. Auch die Handhabung bei schlammigen Bedingungen ist bei der ursprünglich gedachten Nutzung des EDC Tool sauberer.

Alternativ haben wir eine CO2-Kartusche verstaut, wobei es hier eine Einschränkung gab. Während Kartuschen bis 16 g uneingeschränkt gepasst haben, passten die großen 25 g Kartuschen – welche für 29“ Räder besser geeignet sind – nicht mehr in den Schaft. Das liegt aber weniger am Fork Cork als an der Bauweise des „tapered“ Gabelschafts, der sich entsprechend verjüngt.

Was wiederum gut und einfach seinen Platz im Gabelschaft gefunden hat, war ein Reifen Flick-Set bestehend aus Reifen Flicken (z.B. Maxxalami) und dem entsprechenden Werkzeug.

Fork Cork

Weitere Utensilien, die wir mit Hilfe des Fork Corks im Gabelschaft verstauen konnten sind:

  • Kettenglieder
  • Kabelbinder
  • Tape
  • Taschenmesser
  • Geld
  • Rettungsdecke
  • GPS Tracker
  • Multitool

Bei allen Sachen muss aber bedacht werden, dass sie erst mal locker im Gabelschaft herumfliegen. Es ist also hilfreich, die Sachen in ein Tuch oder ähnliches einzuwickeln, so dass diese keine nervenden Klappergeräusche verursachen. Noch besser ist es, sofern man Geld oder rostende Teile im „Kofferraum“ verstaut, diese wasserdicht zu verpacken. Evtl. wäre dies eine weitere Idee für Miles: eine passende Tasche für den Gabelschaft, die vielleicht sogar per Druckknopf oder Klett am Fork Cork festgemacht werden kann.

Fazit

Der Fork Cork hat uns allein schon aus dem Grund gut gefallen, dass er den vom Reifen hochgeschleuderten Dreck aus dem Gabelschaft fernhält. Aber auch die Funktion kleinere Gegenstände im Gabelschaft verstauen zu können gefällt uns. Der Hohlraum am Steuerrohr wird zwar nicht zum Raumwunder und der Fork Cork ist auch nicht das Zünglein an der Waage, ob wir mit oder ohne Rucksack fahren, aber dennoch konnten wir den ein oder anderen Gegenstand durch den Korken sinnvoll verstauen. Für einen Preis von 31,99 € bekommt man ein simples, aber sehr gut verarbeitetes Produkt.


Text: Philipp Kargel
Redaktion: Robin Krings
Fotos: Jakub Reichhart

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