Die fiese Jahreszeit hat uns voll im Griff. Biken ist fast nur noch bei Nässe, und in der Woche nach der Arbeit ausschließlich im Dunklen möglich. Am Wochenende muss man sich hin und wieder überwinden das warme Heim zu verlassen und sich auf dem Trail einzusauen. Aber wollen wir ehrlich sein… wenn man es getan hat, der Schweinehund überwunden ist, wird es meist ein geiler Tag im Schlamm. Es geht jedoch auch anders: Biken in der Halle. Häh was? Im französischen Strasbourg, kurz hinter der Grenze hat vor einiger Zeit das Stride eröffnet. Das Stride ist ein riesiger Indoor Bikepark in einem ehemaligen Bahnhof und ein guter Grund die Reise anzutreten…

Der Eingang auf einer alten Laderampe

Das Stride erreicht man nach einer guten Stunde Autofahrt aus Karlsruhe, aus Freiburg ist es ähnlich. Parkplätze sind genug vorhanden, wenn man dann die richtige Einfahrt auf das Gelände gefunden hat.

Die Eintrittpreise sind relativ fair, da sie den gesamten Tag gelten. An den Wochenenden ist es etwas teurer, innerhalb der Woche günstiger. Es gibt Familienkarten und Kinder zahlen weniger. Das Stride arbeitet mit Canyon zusammen, so gibt es dort eine große Auswahl an Leihbikes. Die Palette reicht vom Trailbike Spectral, über das Dirtbike Stitched bis hin zum BMX Bike.

Eintrittspreise

Erwachsene zahlen am Wochenende 19 €, Kinder kommen mit 15 € günstiger weg. Unter der Woche reduziert sich der Preis jeweils um drei Euro.

Slippery when wet!!!

Verleih

Leihbikes gibt es ab 15 € am Tag (Subrosa BMX). Ein Stitched (Pumptrack) liegt bei 20 €. Wer ein MTB wie das Spectral möchte, muss mit 25 € und 35 € je nach Ausstattung tiefer in die Tasche greifen. Protektoren oder Helm vergessen? Die kann man im Stride für einen schmalen Taler ausleihen. In der Halle herrscht Helmpflicht – was in der Praxis leider nicht von allen beachtet wird. Achtung: Bei unserem Besuch war es wetterbedingt brechend voll und die Leihbikes waren kurz nach Hallenöffnung bereits vergriffen.

Stride Areas

Das Stride ist wirklich riesig und alle Bereiche knüpfen aneinander an. Neben einem fetten Asphaltpumptrack gibt es verschiedene Skill-Areas, einen riesen Park mit Rampen, Walls und Rails, ein Foampit, eine „Resi“ und den X-Country Parkour.

Pumptrack

Unser Highlight ist – ganz klar – der riesige Pumptrack! Es gibt eine blaue Runde, welche für Anfänger geeignet ist. Alles lässt sich überrollen und ist auch für Unerfahrene easy zu bewältigen. Schnell gefahren rockt das Ding so richtig! Anlieger, Anlieger, Manual, Double, Double, Anlieger – der Asphaltbelag ist so dermaßen schnell, dass man echt mit aberwitziger Geschwindigkeit über die Hügel knallt.

Neben dem blauen Pumptrack liegt direkt der rote. Dieser ist schwieriger, da alles etwas größer ist und die Landungen der Tables muss man auch erst einmal treffen. Alle Sprünge lassen sich jedoch auch hier überrollen oder wegpushen. Sehr geil ist ein fetter 180 ° Metallanlieger aus einem Gitterblech. An Start und Ende treffen sich die rote und blaue Linie, so dass man nach belieben von der einen in die andere queren kann.

Die rote Linie benötigt mehr Ausdauer und Können um die Hügel auch mal doublen zu können.
Ein riesiger Wallride aus Metall

So schön, dass der Pumptrack für Anfänger geeignet ist, so gefährlich ist es auch. An unserem Tag war es abartig voll und es gurkt wirklich alles auf der Strecke rum. Vom Profi BMXer, über das Mütterchen mit Trekkingbike (ja echt jetzt) bis zu einer Menge Kinder, die den Track als großen Abenteuerspielplatz sehen. Den Kindern kann man sicherlich nicht vorwerfen, dass sie gern kreuz und quer fahren, oder gern auch ohne zu gucken die Linien queren. Nicht dass wir etwas gegen Kinder hätten, aber eine Freigabe ab 16 und ein zusätzlicher Pumptrack nur für die Kurzen wäre eine verantwortungsbewusstere Lösung. Kritische Situationen gab es öfter und man muss ständig schauen, nicht irgendwen umzufahren. Wir schätzen dass es an einem weniger regnerischen Tag und unter der Woche weniger kritisch ist.

Die „Resi“

Es gibt eine Area mit einem riesen Table welcher eine gepolsterte Landung hat. Hier können Tricks geübt werden, ohne dass man direkt auf hartem Boden einschädelt. Wir haben alles gesehen – gestandene Backflips, verkackte Landungen und Flachköpper – alle haben überlebt.

Die Resi

Der Foampit

Wenn Tricks noch nicht so ganz sitzen oder mal was neues probiert werden soll, macht man das am besten im Foampit – aber müssen wir das erklären? Der Sprung ins Foampit ist easy, der Muskelkater am nächsten Tag ist eher der Kletterei aus den Schaumbollen geschuldet.

Der Park

Wenn Sprünge schon besser (um nicht zu sagen – perfekt) sitzen, geht´s in die Park Sektion. Das Ganze ist ein Skatepark mit riesigen Rampen, Quarters und Spines. Wer hier weiß wie man das Rad in solch einem Parkours bewegt ist hier bestens aufgehoben. Da wir uns im Wald auskennen, nicht aber im Skatepark, blieb uns lediglich der ein oder andere bewundernde Blick übrig.

Skillparkour

Sehr geil fanden wir den Übungsparkour. Das Ding ist weitaus mehr als ein Idiotenhügel, denn hier geht es meist um Balance durch Körperbeherrschung und Gleichgewicht. Egal ob fette Wippen oder Skinnies mit Kurven, hier haben wir uns richtig lange aufgehalten.

Stride

X-Country

Der X-Country Trail ist schon echt etwas besonderes. Durch die ganze Halle geht ein Trail, teils auf dem Asphalt, teils auf Holzbühnen. Diese ist mit ner Menge Spielereien bestückt, leichte, schwierige, und immer mit Chickenway zum ausweichen! Das Ganze ist ziemlich abwechslungsreich, so hat man kleine Tables zum Springen, schnelle Passagen, Anlieger und eine große Spirale zum runterzirkeln. Ziemlich abgefahren – und leider gesperrt – ist ein Hamsterrad! Was uns auf dem X-Country Trail negativ aufgefallen ist, ist dass das Hallendach nicht wirklich dicht ist. An vielen Stellen waren Pfützen, und so manch böse Überraschung, wie ein pitschnasser Wallriden sorgte für den „Extrakick“. Sei´s drum! Wenn man es weiß, fährt man etwas vorsichtiger.

Leider war dieser Wallride pitschnass. Nur unser Redakteur Jakub wagte sich.

Die Bar

Natürlich hat das Stride auch eine Bar mit einem kleinen Cafe. Hier kann man sich ausruhen, etwas zu essen kaufen und Kaffee trinken. Das Ganze ist ziemlich gemütlich und man sitzt endlich mal im Warmen – in der Halle ist es nämlich recht kalt (wenn man nur Fotos macht).

Wir lassen uns erklären, dass man in Frankreich angeblich keinen Milchkaffee Trinkt. Aha!

StrideFazit

Wir fanden den Tag im Stride super und werden auf jeden Fall wiederkommen! Diesmal allerdings an einem Tag an dem es nicht ganz so arg regnet, denn dann sollte es nicht sooo voll sein. Aber geht man da nicht draussen biken? Egal, das Gesamtpaket hat uns überzeugt und wir haben einen kurzweiligen Tag bei unseren französischen Nachbarn verbracht. In der Halle findet sich für jeden etwas, egal ob man sich im Pumptrack plattmachen, ein wenig an seinen Skills feilen möchte, oder etwas sucht um im Winter auch „dicke Dinger“ zu springen.
Strasbourg generell ist übrigens einen Besuch wert. Die Innenstadt gehört definitiv zu den schöneren!


Fotos: Thorsten Illhardt
Text: Thorsten & Mina Illhardt

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