Unser nächster Kandidat für die Kategorie Enduro-Helme kommt von Giro und hört auf den Namen Feature. Der Giro Feature ist mit dem MIPS System ausgestattet und kommt für 2015 in knalliger Signalfarbe daher. Welche Features er dem Träger bietet, werden wir in unserem Test klären.
Vom Design her erinnert der Feature etwas an einen Dirt Helm. Die Konstruktion der Helmschale ist robust und wuchtig, was auf eine hohe Schutzwirkung hoffen lässt. Wie bei Helmen dieser Klasse üblich, ist der Bereich am Hinterkopf weiter runter gezogen, um zusätzlichen Schutz an dieser Stelle zu bieten, falls es zu einem Sturz kommt. Die robuste Bauweise beschert dem Feature MIPS ein akzeptables Gewicht von 347gr in der Größe M, welches uns sogar etwas überrascht hat, denn rein vom Gefühl in der Hand hätten wir mehr erwartet. Die Kombination aus Rot und Neongelb mit blauen Schriftzügen ist speziell, sorgt aber ganz sicher dafür, dass man auf dem Trail gesehen wird. Ob Giro damit den breiten Geschmack trifft bleibt abzuwarten.
Der Feature ist in der IN-Mold Bauweise gefertigt, welche das gängige Verfahren bei den meisten Trail und Enduro Helmen ist. Die Passform ist ok, aber nicht so gut wie bei dem von uns getesteten Trail RS von IXS. Beim Feature vermissen wir etwas das umschließende Sicherheitsgefühl, welches andere Helme uns bereits geboten haben. Das ist natürlich rein subjektiv und kann bei anderen Fahrern bzw. Köpfen völlig anders ausfallen. Das „IN-Form“ System des Feature, welches den Helm zuverlässig am Kopf halten soll, funktioniert tadellos, ist aber von der Verstellung her als etwas fummelig zu bezeichnen. Die Höhe lässt sich in 7 Stufen verstellen, die Weitenverstellung erfolgt stufenlos. Der Versteller für den Kopfumfang lässt sich nur von einer Seite bedienen und muss zum Lösen eingedrückt werden. Schön wäre es hier gewesen, wenn man den Versteller von beiden Seiten bedienen bzw. greifen kann. Hat man den Feature auf seine Kopfform eingestellt sitzt der Helm bombenfest und verrutscht keinen Millimeter. Druckstellen konnten wir über den gesamten Testverlauf nicht ausmachen und die Polster im Helm sind ausreichend vorhanden und vernünftig verteilt. Etwas negativ finden wir, dass sich das hintere Polster nicht vom Helm entfernen lässt, da es verklebt ist. Für die Reinigung muss man sich hier also etwas anderes einfallen lassen.
- Verliebt im Detail, wie üblich bei Giro
- Die Verstellung dürfte besser funktionieren
- Das hintere Polster lässt sich zum Reinigen leider nicht lösen
Die 12 Belüftungsöffnungen erzeugten zu Beginn des Tests etwas Skepsis bei uns, da sie nicht ausreichend dimensioniert erschienen. Diese Skepsis wurde allerdings bei der ersten Bergauf Etappe zerschlagen. Sie ist nicht die beste in unserer Testreihe, aber auf alle Fälle als völlig ausreichend zu bezeichnen.
Die Verarbeitung ist, wie von anderen Giro Modellen gewohnt, sehr gut und lässt sich an keiner Stelle bemängeln. Der Feature spart allerdings etwas an den Features und kommt ohne Halterung für eine Action-Cam oder dem von uns gerne gesehenen Polster für den Kinnriemen. Die Helmhalterung lässt sich verschmerzen, das Einsparen des Polsters ist für uns, wie auch bei anderen Herstellern, nicht so ganz nachvollziehbar.
Fazit:
Zum Preis von 109,95 Euro erhält man mit dem Feature MIPS von Giro einen guten Enduro Helm, der in unseren Augen noch Potential nach oben bietet. Die gewohnt hohe Verarbeitungsqualität und der sichere Halt am Kopf sind auf der anderen Seite Punkte, die absolut für den Feature sprechen. Hier entscheiden sicher auch wie so oft Vorlieben und Geschmack des zukünftigen Trägers.




