Die Marke EVOC dürfte jedem hinlänglich bekannt sein, der sich ernsthaft mit dem Thema „Mountainbiken“ beschäftigt. Bereits 2003 erschien der erste brauchbare Prototyp mit einem eingebauten Rückenprotektor – ein absoluter Vorreiter seiner Zeit. Erfolgsmodelle wie die FR Serie (FR Trail, FR Enduro, FR Team, FR Pro…) finden sich inzwischen auf sehr vielen Rücken wieder und werden oft sehr geschätzt. Neben den Produkten für Mountainbiker sind auch andere Bergsportler und Fotografen mit einem weitreichenden Portfolio bedacht. In diesem Test widmen wir uns dem EVOC Patrol 40l Rucksack, welcher herstellerseitig eigentlich als Rucksack für Skitourengeher und Freerider beworben wird. Wir nutzen ihn für Wanderungen und den Transport von Fotoequipment.

Der EVOC Patrol 40l

Der Rucksack ist nach dem klassischen Top Load Prinzip gestaltet. Er hat also ein Deckelfach, welches ganz weit geöffnet werden kann. Damit unterscheidet er sich grundsätzlich von EVOC Bikerucksäcken mit einfachem Zugriff über einen Reißverschluss. Der Vorteil ist die vollumfängliche Möglichkeit ihn „bis unter die Decke“ zu beladen und dann noch vernünftig schließen zu können, ohne dass die ganze Ladung von Innen widerwillig gegen den Reißverschluss drückt.

EVOC Patrol 40l
Bei der EVOC Patrol Serie handelt es sich um klassische Top Loader

Im Deckel des Top Loaders findet man von außen zugänglich ein großes, gepolstertes Brillenfach. Dieses ist voll und ganz auf Ski- und Snowboardfahrer abgestimmt und bietet daher Platz für eine fette Goggle. Ebenfalls ist von außerhalb ein kleineres Fach für kleinere Utensilien wie Bargeld und auch eine Sonnenbrille erreichbar. Öffnet man den Deckel gibt er den Zugriff auf ein weiteres innenliegendes Deckelfach frei, wie auch auf das große Hauptfach im eigentlichen Hauptteil des Rucksacks.

EVOC Patrol 40l
Der Deckel des EVOC Patrol 40l ein von außen zugängliches Fach für größere Gegenstände.

Das Große Hauptfach ist mit einem doppelten Kordelzug verschlossen. So ist sichergestellt, dass der Rucksack auch bei einer ausgedehnten Pulverschnee-Waschmaschine verschlossen bleibt und bei einem Sturz nicht seinen Inhalt verliert.

EVOC Patrol 40l
Zwei Verschlüsse mit Kordelzug halten die Umwelt draußen und den Inhalt drinnen.

Ein großes Plus für den EVOC Patrol 40l ist für uns das seitlich am Hauptfach angebrachte Reißverschlussfach. Dankbar ist jeder, der einmal im prall gefüllten Rucksack eine Kleinigkeit im unteren Teil gesucht hat. Dieses Fach ist ebenfalls sehr gut dazu geeignet, im unteren Teil des Rucksacks einen EVOC Camera Block zu verstauen, und dennoch schnell an den Fotoapparat gelangen zu können. So ist der Rucksack für Fotografen gut gerüstet, welche auf Berg- oder Skitour ihre (kleine) Kameraausrüstung mitnehmen möchten.

Seitlich befindet sich – neben allerlei Gurtzeug – ein Reißverschlussfach, um auch an tief gelagerte Gegenstände im Hauptfach gelangen zu können.

Von außen aufgesetzt befindet sich am Patrol ein großzügiges Frontfach, in welchem sich beispielsweise eine Lawinenausrüstung inklusive Schaufel und Sonde unterbringen lässt. Eine Erinnerung, wie man mit dem Lawinen-Pieps Verschüttete ausfindig macht und mittels Sonde findet, gibt es als aufgedruckten Plan im Inneren des Fachs. Beim Thema Sicherheit ist auch die bei EVOC obligatorische Pfeife am Brustgurt zu erwähnen.

Freerider und Skitourengeher wird freuen, dass eine Lawinenausrüstung in das Frontfach passt.

Weitere Ausrüstung wie Wander- oder Skistöcke, sowie Eispickel finden ebenfalls ihren Platz auf der Außenseite des Rucksacks. Dort befinden sich universelle Schlaufen zu deren Befestigung. Ebenfalls variabel sind weitere Halteriemen, an welchen sich mühelos Ski oder Snowboards tragen lassen.

Features

  • Gewicht: 1700 gr.
  • NEUTRALITE System
  • Fach für Mobiltelefon
  • Diverse Schlaufen, auch für Klettermaterial
  • Fach am Hüftgurt
  • Fach für Trinksystem
  • Schlüsselclip
  • Kartenfach
  • Helm Holder Schlaufen (Helm Holder inklusive)
  • Signalpfeife
  • Fach für Goggle
  • Fach für Lawinenausrüstung
  • Eispickelhalterung
  • Skihalterung (vertikal)
  • Snowboardhalterung
  • Schneeschuhhalterung
Auch ein Helm – egal ob zum Biken, Klettern oder Skifahren – passt unter den Helmhalter.
Ein Helm Holster ist inklusive. Der Helm lässt sich am einfachsten auf dem Deckelfach befestigen.
Auch ein Eispickel kann sicher transportiert werden.

Varianten

Den EVOC Patrol 40l gibt es nicht nur in der getesteten 40 Liter fassenden Version, sondern auch kleiner mit nur 32 Litern, oder größer mit 55 Litern Fassungsvermögen. Der kleine Rucksack ist eher für einfache Tagestouren geeignet, während der große für ausgedehnte Mehrtagestrips mit Campingausrüstung gedacht ist. Die Ausstattung ist annähernd gleich, wobei das große Model nicht über einen seitlichen Reißverschluss für das Hauptfach verfügt. Dafür lässt sich dieses allerdings über eine große Klappe vom Rückenteil aus erreichen.

40 Liter Fassungsvermögen sind schon eine ganze Menge.

Der EVOC Patrol 40l im Test

Während des Testzeitraumes war der Patrol ein sehr guter Partner bei Wanderungen in den Alpen oder im Mittelgebirge. Die 40 Liter Fassungsvermögen gestalteten sich als absolut ausreichend bis beinahe zu viel für einfache Tagestouren im Sommer. Prinzipiell stellt dies allerdings kein Problem dar, denn der Rucksack lässt sich mittels der seitlichen Halteriemen sehr gut komprimieren.

Bei derartigen Abenteuern nebst Übernachtung in den Bergen benötigt man einen Rucksack mit ausreichend Fassungsvermögen.

Auch voll beladen macht der EVOC Patrol 40l eine sehr gute Figur. Voll beladen heißt in diesem Fall, dass neben Bekleidung für ein Outdoorwochenende auch ein Kocher, Isomatte und ein Schlafsack ihren Platz fanden.

EVOC Patrol 40l
In den EVOC Patrol 40l passt allerhand hinein. Egal ob für Gipfelabenteuer…
EVOC Patrol 40l
…oder mit Fotomaterial für die ausgedehnte Tour.

Selbst bis unter die letzte Ritze vollgestopft trug sich der Rucksack sehr angenehm auf dem Rücken. Belüftungssystem hin oder her – man schwitzt dabei allerdings wie bei jedem anderen Rucksack auch.

EVOC Patrol 40l
Trotz ausgeklügeltem Rückteil schwitzte man doch recht arg am Rücken. Wir halten es für naturgemäß unter einem Rucksack zu schwitzen.

Positiv fiel die gute Lastverteilung über den Hüftgurt auf die Beckenknochen auf. So ließen sich auch längere Zeiten unterwegs verbringen, ohne dass das Gewicht unangenehm auf die Schultern drückte. Das gesamte Tragesystem nennt EVOC „Neutralite“.

EVOC Patrol 40l
Die Lastverteilung über den Hüftgurt war hervorragend.

Der Hüftgurt lässt sich dabei sehr gut einstellen, denn die Riemen lassen sich nicht wie an Bikerucksäcken von vorn nach hinten, sondern umgekehrt von hinten nach vorn ziehen. So kann man wesentlich kraft- und gefühlvoller für einen angenehmen Zug sorgen.

Von hinten nach vorn ziehen, so bekommt man guten Zug auf den Gurt.

Über Klettverschlüsse lässt sich der Hüftgurt auch in der Höhe verstellen, was mir zwecks individueller Anpassung extrem gut gefallen hat.

EVOC Patrol 40l
Die Höhenverstellung ist etwas fummelig, aber einmal eingestellt passt für ewig.

Fast schon verpflichtend findet sich am linken Teil des Gurtes ein großzügiges Fach für Handy, GPS oder Ähnliches. Auf der rechten Seite ist eine massive Schlinge angebracht, an welcher sich bei anspruchsvollen Touren Material wie Expressen und anderes Sicherungsmaterial mitführen lässt.

Was für mich nicht wirklich zufriedenstellend war ist die Benutzung des Camera Blocks. Dieser war mit seinen 16 Litern Fassungsvermögen gerade groß genug, um eine spiegellose Fuji X-T2 mit Batteriegriff und aufgesetztem 16-55 mm Objektiv, sowie ein 50-140 mm Tele zu beherbergen. Verwendet man eine vollformatige Spiegelreflex-Kamera ist der Platz nicht mehr ausreichend.

EVOC Patrol 40l
Der Camera Block kann im Rucksack platziert werden und ist separat erhältlich.
Hier findet sich Platz für eine spiegellose Kamera mit Batteriegriff und einigen Extralinsen.

Der Camera Block verfügt neben dem großen Frontfach ebenfalls über einen seitlichen Zugriff zur Schnellentnahme des Inhaltes. Allerdings ließ sich die Kamera darin nur so arrangieren, dass über das seitliche Fach lediglich die Kamera mit montiertem Objektiv entnommen werden konnte. Für die Entnahme des zusätzlichen Teles musste der Block herausgenommen und später wieder mühevoll hineingefummelt werden. Im Leerzustand des Rucksacks ist dies noch okay, im beladenen Zustand hat es mich jedoch genervt.

EVOC Patrol 40l
Eher nervig fand ich die Entnahme der Kamera aus dem Camera Block. Möchte man an die extra Objektive, muss das Teil ganz aus dem Rucksack genommen werden.

Während des gesamten Testzeitraumes traten am Rucksack keinerlei Beschädigungen auf. Generell hatten wir bei Rucksäcken von EVOC noch nie mit Qualitätsproblemen zu kämpfen, da macht auch der Patrol 40l keine Ausnahme.

Für mich persönlich hätte auch sicherlich die kleinere Version mit 32 Litern Inhalt gereicht. Sehr selten nutzte ich die 40 Liter des getesteten Rucksacks vollkommen aus, sodass noch immer ein wenig Raum für mehr vorhanden gewesen wäre. Optimal finde ich den Sitz des Trinkblasenfachs im Hauptfach direkt am Rücken. Eine mit 3 Litern Wasser gefüllte Trinkblase lässt sich umso besser transportieren, je näher diese am Körper anliegt.

Ausgang für den Trinkschlauch

Fazit

Den EVOC Patrol Rucksack halte ich für sehr empfehlenswert wenn es auf Berg- oder Skitourenabenteuer geht. Ob es dabei die 40l Version sein muss, sollte jeder für sich entscheiden. Wer etwas weniger Gepäck benötigt kann auf die 32l Version zurück greifen und erhält damit eine erstklassigen Tagesrucksack. Für ausgedehnte Mehrtagestouren mit Zelt und Verpflegung passt die große Version mit 55 Litern Fassungsvermögen sehr gut. Auf die komfortable Möglichkeit, im optionalen Camera Block mein Kameramaterial zu transportieren, werde ich zurückgreifen wenn es auf eine Bergtour geht und die Kamera gelegentlich entnommen werden soll. Wer einen Rucksack für Biketouren, oder einen reinen Fotorucksack sucht, der findet bei EVOC ebenfalls passende Produkte. Der EVOC Patrol 40l erhält von mir für das beschriebene Einsatzgebiet eine ganz klare Kaufempfehlung. Er glänzt mit extrem durchdachten Features und sehr gutem Tragekomfort auch an längeren Tagen. Die Qualität weiß zu überzeugen und auch das Design ist einmal mehr gelungen.

Weitere Infos findet ihr unter www.evocsports.com


Text: Thorsten Illhardt
Fotos: Mina & Thorsten Illhardt

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