Verstellbare Geometrien werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Die meisten begnügen sich jedoch auf ein High- und ein Low-Setting. Rocky Mountain entgegen bietet gleich neun Einstellungsmöglichkeiten, um die Geometrie und die Progression des Hinterbaus anzupassen.

Ehrlich gesagt haben wir nicht alle neun Einstellmöglichkeiten getestet, sondern haben uns eher auf die zwei Extreme begrenzt. In der Position 9 fanden wir das Bike recht kurz, ein wenig kipplig aber dafür extrem agil und spritzig bergauf. Da wir jedoch insbesondere abfahrtsorientiert unterwegs sind, haben wir uns in der flachsten Einstellung am wohlsten gefühlt. Das Rad in der Position 1 zu fahren, hat neben der zusätzlichen Laufruhe durch den flacheren Lenkwinkel und dem tieferen Tretlager, auch zu einer höheren Progression des Hinterbaus geführt. Diese macht das Bike sehr poppig und hat uns viel Sicherheit in schnellen Kurven und Sprüngen verliehen.

Den Link zum Set-Up Guide von Rocky Mountain findet ihr hier.

Bergauf:

Wie bereits erwähnt ist das Rocky Mountain Instinct ein Leichtgewicht. Die leichte Laufräder – Reifenkombination lässt das Instinct leichtfüßig wirken. Es tritt sich nahezu anstrengungslos den Berg hinauf, sodass steile und lange Anstiege ihren Schrecken verlieren. Die 29“ Laufräder helfen bei Auffahrten auf steinigen oder verwurzelten Trails. Hier machen sich die Überrolleigenschaften der großen Laufräder bezahlt. Man hat seltener das Gefühl sich an besagten Wurzeln oder Steinen „aufzuhängen“, was unmittelbar zu einem flüssigeren Fahrgefühl führt.

Nochmal hoch? Kein Problem

Ein wesentlicher Bestandteil der hervorragenden Klettereigenschaften ist natürlich auch der steile Sitzwinkel (74,5° in Position 1 „Slack“, 75,5 in Position 9 „Steep“) und die damit verbundene Position über dem Tretlager. Hier hatten wir stets das Gefühl stark von oben in die Pedale zu treten, welches einen effizienten Tritt ermöglicht und noch stärkeren Vortrieb generiert. Auch der Hinterbau neigt kaum zum Wippen, daher haben wir den Lock-Out am Dämpfer nur bei Auffahrten über die Straße genutzt.

In Summe lässt sich das Rocky Mountain Instinct Carbon 70 sehr kraftschonend den Berg hoch kurbeln. Am Ende jeder Tour lag uns die Frage auf den Lippen: „Sollen wir noch mal hoch?“

Bergab:

Der eben beschriebene schnelle Antritt macht sich natürlich auch bergab bezahlt. Sattel abgesenkt, runter geschaltet, zwei- oder dreimal kräftig in die Pedale getreten und man ist auf Betriebsgeschwindigkeit.

Das niedrige Gewicht des Rocky Mountain Instinct ist für uns, die Bikes mit ein wenig mehr Speck auf den Rippen gewohnt sind, zunächst gewöhnungsbedürftig. Insbesondere auf ruppigen Trails mussten wir uns daran gewöhnen, dass sich das Bike recht viel unter dem Fahrer herbewegt oder mal verspringt. Dieses Gefühl ist aber schnell verflogen. Einmal an die Agilität des Bikes gewöhnt, hat man mit dem erstaunlich verspielten Rocky Mountain mächtig Spaß auf dem Trail. Hier kann man sich auf das gut funktionierende Fahrwerk verlassen. Die großen 29“ Laufräder, die nicht nur beim bergauffahren unterstützen, überfliegen auch beim Bergrunterrollen einige Zwischenräume und Wurzeln.

Traktion auch bei weichem Waldboden

Werden die Steine und Wurzeln jedoch zu groß, sodass die Fox 34 größere und schnellere Schläge ausgleichen muss, verhärtet sie ein wenig.

Verspielt dank recht kompakten Rahmen

Wir wiederholen es gerne nochmal: Das Rocky Mountain Instinct ist ein Trailbike wie es im Buche steht. Auf seichten, welligen und flowing Trails kann das Bike seine Stärken ausspielen. Hier lässt es sich verspielt von Kurve zu Kurve werfen und auch von der einen oder anderen Kante abziehen. Darüber hinaus machen kurze Gegenanstiege durch den guten Antritt richtig Spaß und das Bike lädt ein die letzten Körner aus den Beinen herauszukitzeln. Die 140 mm Federweg am Heck fühlen sich nach deutlich mehr an. Dies liegt wohl nicht zuletzt an der progressiven Kennlinie der Ride-9 Positionen 1-3. Wie oben beschrieben haben wir uns in der flachen Einstellung, Position 1 „Slack“ am wohlsten gefühlt, da hier der Hinterbau deutlich mehr Reserven zurückhält und diese erst bei stärkster Beanspruchung freigibt.

An der ein oder anderen Kante kann man auch mal abziehen

Nicht umsonst gibt es die BC Edition mit der etwas potenteren FOX 36 mit 160 mm Federweg und 15 mm mehr Federweg am Heck. So lässt sich nicht nur auf der Hausrunde Spaß haben, sondern auch beispielsweise bei Enduro-Rennen eine gute Zeit herausfahren.

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