Wir alle kennen sie, die grandiosen World Cup Fotos von u.a. Sven Martin oder Laurence Crossman-Emms. Was ein Sven Martin Foto für einen WC Profi ist, ist für uns das Foto eines Hobbyfotografen im heimischen Bikepark. Unabhängig ob Profi- oder Hobbyfotograf, eines haben beide gemeinsam: sie müssen ihr Equipment den Berg rauf bringen.
Neben den üblichen Verdächtigen wie Evoc, Lowepro, etc. liest man bei einer Internetrecherche ständig „f-stop“ und in Verbindung mit Outdoor / MTB den Namen „Loka“. Grund genug für uns den f-stop Loka einem Test zu unterziehen.
Protuktvorstellung
Eckdaten:
- Inhalt 37 Liter
- Gewicht 1,5kg (ohne ICU)
- Maße: 55,9cm x 31,8cm x 27,9cm (HxBxT)
- Aluminiumrahmen verstärkt
- Preis 279,00$ (ohne ICU), 378,00$ (Rucksack + Large Pro ICU) im Direktvertrieb
- Deutschlandvertrieb globetrotter.de
f-stop gear ist ein Fotorucksack-Spezialist „fürs Extreme“, d.h. die Produkte sind auf Schutz und Haltbarkeit ausgelegt. Einer bestimmten Disziplin wie Rad- oder SKI-Sport ist keiner der Rucksäcke zugeordnet, vielmehr zeichnen sich alle Produkte von f-stop durch größtmögliche Flexibilität aus. So kann der Ski-Fahrer z.B. seine Ski und Skistöcke am Rucksack befestigen oder der World Cup Fotograf mehrere Stative an der Außenseite verzurren.
Extreme bedeuten auch guter Schutz und so durchzieht den Loka ein Aluminium-Rahmen, welcher dem Rucksack große Stabilität verleit, ohne dabei zu sehr auf das Gewicht zu drücken.
Der Loka gehört zur Mountain Serie, welche im Gegensatz zur Millar Serie per se ohne kameraspezifisches Innenleben angeboten werden. Hier bietet f-stop sogenannte Internal Camera Units (ICU) in verschiedenen Größen und Linien an. In Abhängigkeit des zu transportierenden Equipments und dem Einsatzgebiet, kann der Fotograf aus fünf verschiedenen ICU Linien wählen. Der Clou: je kleiner die ICU gewählt wird, desto mehr Stauraum bleibt für z.b. Verpflegung oder Ersatzkleidung über.
Die ICUs werden von oben durch die große Öffnung eingesetzt. Dies ist etwas „fummelig“ da die ICU mit umgeklapptem Deckel eingesetzt werden soll und der Innenraum des Rucksacks passgenau für die ICU ausgelegt ist. Unter dem Alurahmen sind Ösen in denen die ICU gegen verrutschen gesichert wird. Auch wenn man im besten Fall die ICU einmal in den Rucksack einsetzt, so ist der ganze Vorgang doch recht aufwendig.
Beladung und Benutzung
Da wir neben der Kamera zwei weitere Objektive, zwei Blitze, Trigger, etc. zum Spot transportieren wollen, haben wir uns für die Large Pro ICU entschieden. Eine größere ICU als die Large Pro kann der 37 Liter fassende Loka nicht aufnehmen. Wem dieser Platz nicht ausreicht oder zu groß ist, der wird im f-stop Programm mit dem Tilopa BC (48 Liter) oder dem Guru (28 Liter) in beide Richtungen fündig.
Das Innenleben der ICU kann komplett frei gestaltet werden. Hier ist wieder entscheidend was der Fotograf alles an Ausrüstung „on tour“ dabei haben will. Unsere Ausrüstung im Detail:
- Nikon D300s + Batteriegriff
- Nikon 24-70 f2.8
- Nikon 70-200 f2.8
- Nikon 12-24 f4
- Nikon SB-910 TTL Blitz
- Yongnuo Blitz voll manuell
- Blitz Trigger
- Ladegeräte
- Ersatzakkus
- Fernauslöser
- Stative
Trotz dieser Beladung bleibt noch genügend Stauraum für Bekleidung, Verpflegung und Wertsachen. Beladen wird durch die am Rücken liegende Seite des Rucksacks. Ein Qualitätsmerkmal aus mehreren Gründen. Zum einen als Diebstahlschutz und zum anderen wird der Loka mit der Außenseite auf den Boden gelegt. Dies hat den Vorteil, im Vergleich zur konventionellen Be- und Entladung durch die Außenseite, dass man keinen dreckigen Rücken bekommt.
Wer viel schafft, muss auch trinken. Ein weiterer Kaufentscheid zum Loka ist die Möglichkeit, ein Trinksystem einzusetzen. Der eigentliche Vorteil der Beladungsöffnung wird hier zum Nachteil. Während bei z.b. Fahrradrucksäcken die Trinkblase direkt am Rücken liegt, liegt sie beim Loka an der äußeren Seite. Hier ist ein längerer Trinkschlauch als üblich notwendig, damit das Mundstück komfortabel genutzt werden kann.
Im Zubehör kann ein Thermobeutel für die Trinkblase bestellt werden, welcher gleichzeitig als Dichtung für das Hauptfach dienen kann. Ebenfalls im Zubehör erhältlich ist eine Regenhülle, welche bei dem Preis eigentlich inbegriffen sein sollte. Ein entsprechendes Fach im Boden ist hingegen vorhanden.
Einstellen und Tragekomfort
Dank Brust-, breiten Schulter- und Hüftgurten, lässt sich das doch amtliche Gewicht des beladenen Rucksacks optimal einstellen. Die breiten Gurte verteilen das Gewicht angenehm und mittels der Schulterkompressionsriemen kann die Zugbelastung minimiert werden.
Vom Tragekomfort steht der Loka einem durchdachten Fahrradrucksack in nichts nach. Auch der integrierte Aluminium-Rahmen wirkt sich hier nicht negativ aus, im Gegenteil. Der Loka sitzt so bombenfest, dass wir uns mit ihm sogar aufs Fahrrad setzen. In diesem Fall empfehlen wir allerdings, die ICU im Rucksack zu verschließen. So wird das Kamera-Equipment noch besser geschützt.
Was dem Loka fehlt ist eine stabile Schlaufe an der Oberseite. Die Vorhandene dient für uns lediglich zum Aufhängen des nicht beladenen Rucksacks. Mehr Vertrauen erweckt sie bei uns nicht.
Fazit
Der hohe Preis, die minderwertige Handschlaufe und der nicht im Lieferumfang enthaltene Regenschutz kratzen ein wenig an der Bestnote de Lokas. Der Gesamtpreis unseres Test-Rucksacks liegt bei 286,68€ über www.cameranu.nl, welcher zwar hoch, allerdings gerechtfertigt ist. Mittlerweile vertreibt in Deutschland www.globetrotter.de f-stop Produkte.
Wenn es um Foto-Equipment Outdoor Transport geht, dann ist f-stop der richtige Adressat. Der Loka bietet für uns genügend Stauraum, um neben dem Foto-Equipment Bekleidung und Verpflegung zum Spot zu transportieren. Auch wenn der Einbau der ICU etwas fummelig ist und das Trinksystem einen sehr langen Schlauch erfordert, ist der Loka unsere erste Wahl.









